Back in Germany

Nach über 20 Stunden Flugzeit sind wir gestern wieder gut in Deutschland angekommen. Es ist schön, wiede hier zu sein. Der Sommer in Australien ist vorbei, und hier scheint er gerade zu beginnen – ich würde sagen, wir haben alles richtig gemacht. 😉

Vielen Dank an alle Follower unseres Blogs!

Cheers!
Euer Sten & Maiky

Save the last Day in Australia

Leider ist auch diese Zeit nun vorbei, unseren Camper haben wir am Donnerstag Vormittag in Alice Springs bei der Vermieterstation abgegeben. Gestartet in Sydney haben wir insgesamt 6.002 Kilometer zurückgelegt, der Verbrauch lag bei 15,6 Liter (Diesel). Im Vergleich zu Deutschland sind die Benzinpreise in Australien sehr günstig. Durchschnittlich haben wir 1,66 AUD/Liter (ca. 1 Euro/Liter) bezahlt. Insbesondere im Outback muss man mangels Konkurrenz jedoch höhere Preise in Kauf nehmen.

Von Alice Springs ging es mit dem Flieger (ca. 2h Flugzeit) zurück nach Adelaide. Am Abend gab es dann noch kulturelle Unterhaltung. Passend zum aktuellen Kinofilm wird in Adelaide zur Zeit das Musical von Disney’s Aladdin aufgeführt.

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Die Einflüsse des Broadways waren unverkennbar, die Show war sehr beeindruckend und unterhaltsam.

Den heutigen Tag (Freitag) verbrachten wir in Adelaide. Das Wetter hat sich in Südaustralien schon von seiner besseren Seite gezeigt, aber mittlerweile ist ja auch Herbst in Down Under. Wir nutzten die Zeit für einen Stadtspaziergang. Unter anderem besuchten wir das Migration Museum, in der ziemlich interessant und anschaulich die Geschichte der australischen Einwanderung dargestellt wurde. Auch die deutschen Einflüsse haben in dieser Ausstellung ihren Platz, ich hatte dazu ja bereits geschrieben.

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Migration Museum Adelaide

Heute Abend startet eigentlich unser Flieger (über Doha) zurück nach Deutschland. Das Land und insbesondere das Barossa Valley sind mir sehr ans Herz gewachsen. Ich bin mir sicher, dass ein Teil von mir in Australien bleiben wird. Wieviel vom anderen Teil in das Flugzeug einsteigen wird weiß ich jedoch noch nicht. 🙂

The Spring of a Telegraph Station

Ein Blick auf die Karte Australiens zeigt, die Stadt Alice Springs liegt ziemlich deutlich in der Mitte des Kontinents. Tatsächlich wurde die Lage des „Schwerpunktes“ Australiens in der Nähe dieser Stadt ermittelt. Es stellt sich die Frage, wieso mitten im trockenen australischen Outback und mehr als 1.000 Kilometer Autofahrt von jeder Küste entfernt eine Stadt mit derzeit ca. 30.000 Einwohnern entstehen konnte. Diese Fragestellung versuchten wir heute zu ergründen.

Wie bereits beschrieben, dem ersten Europäer, dem die vollständige Querung von Süden nach Norden im Jahr 1862 gelang, war John McDouall Stuart. Die Motivation seiner Sponsoren war unter anderem die Erkundung einer geeigneten Streckenführung für eine Transaustralische Telegrafenleitung. Nachrichten aus dem besiedelten Süden konnten zuvor nur per Schiffpost übermittelt werden und waren wochen- oder monatelang unterwegs.

Ausgehend von den Aufzeichnungen und von Stuarts angefertigten Karten wurde ab 1870 die erste durchgehende Telegrafenleitung gebaut und ca. 24 Monate später in Betrieb genommen. Um das Signal zu verstärken und weiterzuleiten wurden alle ca. 250 Kilometer Relay-Stationen errichtet.

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Bereits Stuart hatte sich bei seiner Routenfindung an den natürlichen Wasservorkommen orientiert. Anders hätte die Durchquerung des Landes nicht gelingen können. Somit waren vermeintliche Quellen ideal, um dort eine Relay-Station zu errichten. Ein Telegraphist, der sich rund um die Uhr bereithalten musste, um Morse-Nachrichten weiterzugeben, musste autark mit seiner Familie mitten im Outback leben können. Das Wasserloch an der zentralen Stelle bei den MacDonnell Ranges erhielt den Namen „Alice Springs“, benannt nach der Ehefrau des Projektleiters, der mit der Errichtung der Telegrafenleitung beauftragt worden war. Tatsächlich aber ist diese „Quelle“ nur ein Teich, Teil eines Flussbettes und beinhaltet heute nicht mehr viel Wasser.

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Die Telegrafenstation, die heute als Museum besichtigt werden kann, befindet sich direkt neben dem Wasserloch.

Schnell bekam der Telegraphist in Alice Springs mehr und mehr Aufgaben. Er wurde nun Stationsleiter genannt und hatte neben der Leitung der größten Station entlang der Telegrafenleitung auch die Führung des Postamtes inne. Er fungierte auch als Notfallarzt mit Instruktionen, die er telegrafisch aus Adelaide erhielt. Des Weiteren war er für die Aborigines in Zentralaustralien „verantwortlich“. Da er auch der einzige Richter in Zentralaustralien war, diente die Station zuweilen sogar als Gerichtsgebäude. Schnell wuchs um die Telegrafenstation herum ein kleines Dorf. Beispielsweise wurde ein Schmied gebraucht, der das Beschlagen der Pferde durchführte. Nicht weit entfernt entstand eine kleine Siedlung, dessen Aufschwung erst richtig mit der Eröffnung einer Eisenbahnlinie 1929 begann, die den Ort mit Südaustralien verband. Die Siedlung übernahm den Namen „Alice Springs“ von der Telegrafenstation. Das Museum und das Wasserloch liegen heute wenige Kilometer neben dem Zentrum.

Der Ort hat sich bis heute zu einer modernen Stadt mitten im Outback entwickelt. Es gibt mehrere Shopping-Center, Veranstaltungsstätten, Restaurants und natürlich auch einen Flughafen, der sogar international angesteuert wird. Die Stadt ist somit Ausgangspunkt für viele Touristen und sie wird von den Aussis liebevoll „The Alice“ genannt.

Änderung am 30.05.2019:
Der Flughafen von Alice Springs wird nur von australischen Städten aus angeflogen.

Gorges of the MacDonnell Ranges

Die letzten drei Nächte haben wir auf Nature-Campgrounds im West-MacDonnell-Nationalpark verbracht. Wir waren komplett offline und hatten außer Toiletten vor Ort keine weitere Versorgung am Campingplatz. In Alice Springs haben wir zuvor alle Vorräte, Wasser- und Benzin-Tanks aufgefüllt, um die darauffolgenden Tage in absoluter Natur unabhängig zu sein.

Der West-MacDonnell-Nationalpark hat seinen Namen von den MacDonnell Ranges. Hierbei handelt es sich um einen ca. 650 Kilometer langen Gebirgszug mitten im Zentrum von Australien. Bei Alice Springs teilt sich dieses Gebirge in einen östlichen und einen westlichen Teil auf.

Sehenswert in diesem Nationalpark sind insbesondere die Gorges (Schluchten). Verschiedene Gewässer haben in dieses Gebirge sehr tiefe und manchmal nur wenige Meter breite „Einschnitte“ hinterlassen. Wir haben beschlossen, diese Gorges von West nach Ost (auf einer Strecke von etwa 150 Kilometer) nacheinander zu besuchen und auf mehreren Wanderungen zu erkunden. Da die Wanderungen zum Teil längere Zeit in Anspruch genommen haben und auch die Gorges einige Kilometer auseinander liegen benötigt man dafür mehrere Tage.

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Wir starteten am Redbank Gorge. Der Flusslauf ist derzeit, wie auch bei den anderen Gorges, ausgetrocknet. Direkt an der Schlucht befindet sich allerdings noch ein Wasserloch. Es war die einzige Stelle, an der die Wasserqualität uns überzeugt hat, kurz hineinzuspringen. Das Wasser war eiskalt! 🙂 Der Blick die Felswände empor ist einmalig.

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Redbank Gorge

Am nächsten Tag machten wir einen kurzen Abstecher zum Glen Helen Gorge. Dies ist der einzige „Einschnitt“ auf der südlichen Seite des Nationalparks, den man ansteuern kann. Ganz anders als die nördlich gelegenen Schluchten eröffnet dieser Durchbruch einen Blick in die flache Landschaft dahinter, die wie eine Oase wirkt.

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Glen Helen Gorge

Die zweite Nacht verbrachten wir am Ormiston Gorge. Eine ca. 10 Kilometer lange Wanderung führte uns zuerst in ein riesiges Becken, welches hinter der Schlucht lag. Zurück ging es dann entlang des ausgetrockneten Flusslaufs durch den Gorge.

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Dies war mein Highlight in diesem Nationalpark. Schaut Euch mal diese abgefahrene Felsformation an! Es sieht aus, als ob eine Pyramide oder ein Tempel tlw. versunken ist und die einzelnen quaderförmigen Plattformen nun schräg aus dem sandigen Flussbett hervorschauen – absolut einmalig, so etwas habe ich zuvor noch nicht gesehen! Es ist unglaublich, was durch geologische Formierung und Erosion entstehen kann.

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Ormiston Gorge

Der nächste Halt mit der Bezeichnung Ochre Pits ist zwar kein Gorge, dafür aber nicht weniger interessant. Die Ureinwohner aus dieser Gegend haben an dieser Stelle verschiedene Farben für ihre Kunstwerke und für die Hautbemalung gewonnen. Und tatsächlich, dieser „Steinbruch“ sieht auf einer Länge von etwa 100 Metern aus wie ein riesiger Tuschkasten.

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Ochre Pits

Der nächste Stopp nannte sich Serpentine Gorge. Der Name stammt vermutlich aus der schlangenartig und abfallenden Form der Schlucht. Richtig cool ist der Anblick aber erst von oben. Somit war eine Kletterwanderung unumgänglich.

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Serpentine Gorge

Da auch dieser Tag sich langsam dem Ende neigte suchten wir uns unsere nächste Übernachtung am Ellery Creek Big Hole. Auch hierbei handelt es sich um eine Schlucht, das Wasserloch hat sogar einen richtigen Strand. Das Wasser war allerdings voller Algen und lud nicht gerade zum Baden ein.

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Ellery Creek Big Hole

Weiter östlich folgte als Nächstes Standley Chasm. Diese wirklich sehr enge Schlucht ist aufgrund der Nähe zu Alice Springs touristisch schon wesentlich mehr erschlossen als die anderen Gorges. Es gibt am Eingang einen großen Kiosk und Souvenirladen und auch auf dem Parkplatz hielten mehrere Reisebusse und kippten die Besucher aus. Wir fanden einen steilen Weg abseits der touristischen Ströme, der uns auf einen Aussichtspunkt führte.

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Standley Chasm

Der letzte Gorge vor Alice Springs trägt den Namen Simpsons Gap. Für sich allein wäre diese Schlucht sicherlich beeindruckend gewesen. Im Schatten der anderen Gorges ist hier vielleicht nur noch ein Schild bemerkenswert mit dem Hinweis, vom Baden im ausgetrockneten Flussbett doch Abstand zu nehmen.

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Simpsons Gap

Musca Vetustissima

Die australische Fauna hat ja, wie bereits beschrieben, viele Besonderheiten zu bieten. Giftige Schlangen und Spinnen, vor denen wir daheim in Deutschland mehrfach gewarnt wurden, sind uns bisher nicht begegnet. Im Outback gibt es jedoch ganz andere Plagegeister, mit denen man seinen inneren Frieden finden muss – ansonsten wird man wahnsinnig. Darf ich vorstellen: Die Buschfliege!

Seit Jahrtausenden hatte sie bereits die Aborigines gequält, bevor sie die ersten europäischen Entdecker freudig begrüßte und heute über hilflose Touristen herfällt. Ihren Ursprung hat die Buschfliege buchstäblich in der Sch…! Die befruchteten Weibchen legen ihre Eier in Kot von Tieren und Menschen. Insbesondere der Kot von Dingos soll sich dazu bestens eignen, die Rinderzucht in den Weiten des Outbacks hat das Problem der Buschfliegenplage in den letzten 100 Jahren erheblich verschärft.

So penetrant, nervig und zahlreich habe ich eine Fliege noch nicht erlebt. Die Weibchen benötigen Eiweiße, damit sich ihre Eierstöcke entwickeln. Die Proteine erhalten sie aus den Körperflüssigkeiten von Menschen und Tieren, bevorzugt aus den Augen- und Mundwinkeln, was ihre penetrante Anhänglichkeit erklärt. Sie klettern in alle Körperöffnungen – Ohren, Mund, Nase, Augen. Hinter Brillengläsern sind sie besonders unangenehm.

Es gibt kein Mittel, das man sich z.B. auf die Haut sprayen kann und diese Dinger abweist. Anfangs noch aus Gründen der Eitelkeit abgelehnt habe ich nun die einzige Lösung auch angenommen. Es handelt sich um ein Netz, welches man über seinen Kopf zieht – und die Fliegen bleiben draußen. Ganz großen Dank an dieser Stelle an Kellie aus dem Kalleske-Cellar-Door für ihre Dauerleihgabe!

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Hoffnungsvoll erwartet man das Tagesende. Fliegen sind nicht nachtaktiv und spätestens eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang sind diese verschwunden. 🙂

Uluṟu-Kata-Tjuṯa-Nationalpark

Mit mehr als 250.000 Touristen jährlich gehört der Uluṟu (Ayers Rock) ganz klar zu den Top-Zielen einer Australien-Reise. Und auch wir haben uns auf den weiten Weg gemacht, um diesen Felsen inmitten der flachen Landschaft zu bewundern. Die Anfahrt dauert ewig! Vom Stuart-Highway-Abzweig in Erldunda, wo wir die letzte Nacht verbracht haben, fährt man drei Stunden ca. 250 Kilometer nach Westen. Auf dieser Strecke gibt nichts Sehenswertes außer das weite australische Outback, welches uns bereits die letzten drei Tage auf ca. 1.000 Kilometern begleitet hat.

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Und dann taucht irgendwann am Horizont ein ockerfarbener 350 Meter hoher Felsen auf.

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Vielen bekannt ist noch die Bezeichnung nach dem südaustralischen Premierminister „Henry Ayers“ aus dem Jahr 1873, als dieser Berg entdeckt wurde. Bei den Ureinwohnern, den Anangu, hat dieser jedoch den Namen „Uluṟu„. Sein Name ist seit 2002 nun offiziell „Uluṟu / Ayers Rock„. Wichtig zu erwähnen wäre, dass es ca. 25 Kilometer entfernt in westliche Richtung noch eine ähnliche Formation gibt. Im „Schatten“ des Uluṟu sind diese Berge fast unbekannt. Es handelt sich dabei um die „Kata Tjuṯa / Mount Olga“.

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Auch diese im Jahr 2002 festgelegte Bezeichnung ist eine Kombination aus der Aborigines- und der englischen Bezeichnung. Diese Berg-Gruppe wurde übrigens 1872 nach der russischstämmigen Königin Olga von Württemberg benannt, dessen Gemahl den Entdecker förderte.

Beide sich deutlich aus dem flachen Land erhebenden Berge sind heute zusammengefasst zu dem Nationalpark mit der Bezeichnung „Uluṟu-Kata-Tjuṯa-Nationalpark„.

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Es gab viele Theorien darüber, wie diese Felsen entstanden sind. Auch die Aborigines haben in ihrer Dreamtime ganz eigene Geschichten. Mittlerweile gibt es aber eine wissenschaftlich fundierte Erklärung. Diese ist ziemlich komplex, es geht dabei um mehrere Faltungen, Anhebungen, Absenkungen und Meere, die es in dieser Gegend gegeben hat. Das Ganze passierte vor 700 bis 65 Millionen Jahren.

Ich habe daraus eine etwas vereinfachte Erklärung abgeleitet. Es ist nachgewiesen, dass Uluṟu und Kata Tjuṯa zu ein und demselben Gebirgsmassiv gehören. Dieses befindet sich jedoch unterirdisch, man sieht also nur die „Spitze des Eisberges“. Dies ist vergleichbar mit einem unterirdischen Gebirge im Meer, wo nur zwei Berge als Inseln aus dem Wasser herausgucken. Das flache Land drum herum sind Sedimentablagerungen eines ziemlich großen Sees, der aufgrund seiner geschlossenen Lage nicht abließen konnte, ausgetrocknet ist und heute ein riesiges Becken bildet.

Der Nationalpark ist weiträumig um diese zwei Felsen angelegt worden. Am Parkeingang muss ein 3-Tages-Pass für 25 Dollar/Person erworben werden. Die Übernachtung im Nationalpark ist jedoch untersagt. Als Ausgangspunkt und Übernachtungsmöglichkeit für alle Touristen dient somit der Ort Yulara, welcher sich ungefähr 3 Kilometer nördlich der Parkgrenze befindet und mitten im Outback alles zu bieten hat, was für die Versorgung der Touristen notwendig ist: Mehrere Lodges und Resorts, Supermarkt, Tankstelle, 4G-Mobilfunk und einen riesigen Campingplatz, auf dem wir für zwei Nächte untergekommen sind. Es ist wirklich bemerkenswert, in welcher Größenordnung hier der Service an Touristen erbracht wird, so dass wirklich keine Wünsche offenbleiben. Alles ist sehr großzügig und sauber angelegt, man fühlt sich nicht eingeengt und hat genug Platz.

Den Nationalpark haben wir an zwei Tagen auf insgesamt drei Wanderungen erkundet.

Die erste Wanderung führte uns 12 Kilometer um den Uluṟu drum herum. Direkt neben dem Wanderweg erheben sich steile Wände, es gibt mehrere ausgespülte Höhlen und Löcher an denen manchmal auch jahrtausend alte Fels-Malereien zu finden sind.

Die zweite Wanderung war der Aufstieg. 350 Meter ging es tlw. sehr steil nach oben. Der Ausblick ist überwältigend.

Die dritte Wanderung führte uns durch die Felsen des Kata Tjuṯa / Mount Olga. Da diese etwas zerklüftet sind kann man durch enge Schluchten laufen, es ergeben sich tolle Aussichten und Motive.

Berühmt ist der der Uluṟu insbesondere auch für sein Farbenspiel zum Sonnenuntergang. Eigens dafür wurden in bester Lage zwei Parkplätze eingerichtet – einer für Busse, ein zweiter für Individualreisende. Der zweite Parkplatz hat eine Länge von 600 (!) Metern, an dem sich ein Parkslot neben dem anderen reiht. Eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang passiert hier so etwas wie eine Invasion von Touristen – jede Parklücke ist belegt. Die Zuschauer scheinen hier jeden Abend ein Naturschauspiel sondergleichen zu erwarten. Ergänzt wird dies noch von drei Hubschraubern, die währenddessen über dem Parkplatz ihre Runden drehen.

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Und auch wir haben es uns mit entsprechender Ausrüstung bei einem Glas 2018er Jacob’s Creek Shiraz Rosé aus dem Barossa Valley (dank unseres Fridge im Camper natürlich gekühlt) gemütlich gemacht.

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Im Nachhinein kann man festhalten, dass solch ein Sonnenuntergang am Uluṟu vielleicht doch etwas aufgeladen und überbewertet wird. Hübsche Fotos sind trotzdem entstanden.

 

Züge auf den Straßen

Wenn man an Australien denkt, hat man meist die ersten Assoziationen mit Sydney Opera, Ayers Rock und dem Outback. Meistens fällt einem dann noch eine andere Spezialität ein – der „Road Train“! Seit ein paar Tagen begegnen uns diese riesigen Fahrzeuge hin und wieder mal auf dem Highway. Mittlerweile habe ich dazu ein paar Informationen sammeln und auch einige Fotos aufnehmen können, so dass ich nun darüber ein paar Zeilen schreiben möchte.

Bereits im Kallvino-Blog kam in den Kommentaren eine Nachfrage zum Road-Train. Eine Kurzform vom Road-Train ist der sogenannte „B-double„. Dieser darf aufgrund seiner Länge von „nur“ 27,5 Metern auf den meisten Straßen in Australien unterwegs sein. Er ist besonders gelenkig und hat seinen Namen von der sogenannten B-Type-Kupplung. Da diese zweimal vorkommt heißt diese Kombination ganz einfach „B-double„.

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B-double

Die richtigen Road-Trains dagegen sind meist nur auf den langen Highways zugelassen, die quer durch das Outback verlaufen. Und wer jetzt denkt, ein Road-Train ist die simple Aneinanderreihung einer Zugmaschine mit mehreren Anhängern – weit gefehlt! Die Kombinationsmöglichkeiten aus Trailer, Achsenanzahl, Kupplungen und Dollys sind nahezu grenzenlos, weswegen man ganz unterschiedlichen Varianten dieser Road-Trains begegnet.

Hier nun eine Auswahl verschiedener Road-Train-Varianten. Los geht’s mit dem Klassiker:

Triple Road-Train – Sattelzugmaschine mit Auflieger (3 Achsen) + Dolly (2 Achsen) mit Auflieger (3 Achsen) + Dolly (2 Achsen) mit Auflieger (3 Achsen)

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Triple Road-Train

Alles klar? 🙂 Hier noch eine Ausführung davon (gleiche Kombination):

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Triple Road-Train

Weiter geht’s:

AB-Triple – Sattelzugmaschine mit Auflieger (3 Achsen) + Dolly (2 Achsen) mit Auflieger (3 Achsen) und B-Type-Kupplung + Auflieger (3 Achsen)

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AB-Triple (Tanklastzug im Vordergrund)

Jetzt kommt eine besondere Variante:

BAA-Quad – Sattelzugmaschine mit Auflieger (3 Achsen) und B-Type-Kupplung + Auflieger (3 Achsen) + Dolly (3 Achsen) mit Auflieger (3 Achsen) + Dolly (3 Achsen) mit Auflieger (3 Achsen)

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BAA-Quad

Und auch hier noch eine andere Ausführung davon (gleiche Kombination):

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BAA-Quad

Kommt ihr noch mit? 🙂 Ja, ich gebe ja zu, dass ich mich im Vorfeld etwas informiert habe. Diese Übersicht habe ich im Internet gefunden und sie hat mir geholfen, das System zu verstehen. Ab jetzt ist „Road-Train-Bestimmung“ mein neues Hobby während der monotonen Fahrten durch das Outback. 🙂

Von einem Road-Train spricht man in Australien übrigens erst ab einer Länge von 36,50 Metern. Solche „Züge“ können eine Länge bis zu 53,50 Metern haben. Netterweise wird man als Fahrer eines hinterherfahrenden Fahrzeuges noch darauf hingewiesen, bevor man zum Überholen ansetzt. 😉

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Bisher habe ich schon zweimal solch einen Road-Train überholen dürfen/müssen. Ihr könnt Euch vorstellen, dass man hier ganz genau die Straßenverhältnisse und den potentiell entgegenkommenden Verkehr prüft, bevor man zum „Overtake“ ansetzt.

Southern Cross

Ich habe die Inspiration von Karin mal zum Anlass genommen, um mit der Belichtungszeit unserer Kamera herumzuspielen. Und es ist mir doch tatsächlich gelungen, einen Teil des australischen Himmelszelts zu fotografieren. 🙂

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Tatsächlich konnte die Kamera noch mehr Sterne einfangen als wir mit dem bloßen Auge erkennen können. 🙂

Wer sich das Foto genauer anschaut, erkennt sogar das „Southern Cross“, welches nur auf der südlichen Hemisphäre bewundert werden kann. Meine App „SkyView“ hat dies zur Unterstützung auch noch einmal nachgezeichnet.

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Outback für Einsteiger

Abweichend von unserer eigentlichen Richtung (nordwestlich) haben wir die letzten zwei Tage im Flinders Ranges National Park verbracht. Ca. 150 Kilometer in nordöstliche Richtung von Port Augusta gelegen kann dies schon deutlich als „Outback“ bezeichnet werden.

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Im südlichen Teil des Nationalparks bilden zwei Bergketten ein innenliegendes Becken, welches „Pound“ genannt wird (dieses Wikipedia-Bild zeigt dies sehr gut). In diesem Pound sammelt sich das Wasser der umschließenden Berge und es entstand dadurch ein richtiger Wald, der das komplette Becken ausfüllt.

Am ersten Tag sind wir schon sehr früh angereist und konnten bereits unseren Stellplatz für die nächste Nacht auf einem Natur-Campground beziehen. Wir beschlossen, die Geografie des Parks im Rahmen einer Wanderung zu erkunden. Wir kombinierten zwei Wanderwege (ein Outside- und ein Inside-Trail) zu einem Rundweg, der knapp 20 Kilometer Länge hatte. Bevor es losging stärkten wir uns noch mit einem Frühstück.

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Der Outside-Trail führte, wie der Name es beschreibt, von außen auf die Bergkette. Auf diesem sehr steilen Weg mussten wir ca. 450 Höhenmeter überwinden. Von dem Kamm in ca. 1.000 Metern Höhe führte dann der Inside-Trail durch das innere Becken und durch eine Schlucht wieder zurück zum Campground.

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Die Aussichten vom der Bergkette waren super, die Felsformationen erinnerten uns etwas an den Grampians National Park. Der Inside-Trail durch den Wald war dagegen langweilig. Auch an den zahlreichen Kängurus im Wald haben wir uns mittlerweile satt gesehen. 🙂

Am Abend hatten wir erneut Besuch von diesen „Exemplaren“ und wir überlegten, ob wir die Fleisch-Auswahl unseres Barbecues am Lagerfeuer erweitern sollten.

Das Känguru hatte Glück, denn wir hatten bereits ausreichend Fleisch im Supermarkt gekauft. 🙂

Am nächsten Tag besuchten wir noch eine Stelle mit Felsmalereien der „Hill-People“, wie die Aborigines dieser Gegend genannt werden.

Am Nachmittag setzten wir unsere Reise in nordwestliche Richtung fort. Gleich hinter Port Augusta beginnt der Stuart Highway. Diese Straße ist nach John McDouall Suart benannt, der 1862 als erster Europäer den Kontinent von Süden nach Norden (und zurück) durchquerte. Der Highway verläuft heute, teilweise mit großen Abweichungen, entlang dieser Route.

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Ca. 250 Kilometer sind wir heute diese Strecke nach Norden gefahren, die trockene Landschaft beginnt gleich hinter Port Augusta und ändert sich hinsichtlich der Vegetation kaum. Vereinzelt sind Berge am Horizont zu erkennen. Die Straße verläuft meist schnurgerade und durchschnittlich alle fünf Minuten kam uns ein Fahrzeug entgegen.

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Ca. 100 Kilometer östlich führt parallel der Oodnadatta-Track in Richtung Norden, welcher hinsichtlich der Streckenführung weniger monoton sein soll. Dieser Weg ist allerdings als Dirt Road (nicht asphaltiert) gekennzeichnet und abhängig vom Wetter kann der Straßenzustand sehr unterschiedlich sein. Der Vermieter unseres Wohnmobils hat uns leider untersagt, derartige Straßen mehr als 10 Kilometer zu befahren. Um die Einhaltung dessen zu kontrollieren sind alle Wohnmobile mit einem GPS-Tracker ausgestattet.

Zum Sonnenuntergang haben wir heute auf dem Stuart Highway den Ort Glendambo erreicht. Gefühlt besteht dieser Ort lediglich aus zwei Tankstellen und einem Motel mit angeschlossenen Campground, auf dem wir heute übernachten. Drum herum ist Nichts!

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In nördlicheren Breiten unterwegs

Die letzte Nacht verbrachten wir in den Adelaide Hills, südöstlich von Adelaide. Diese Stadt hat ein ziemlich großes Einzugsgebiet und mehrere Vororte. Da alle großen Straßen radial in Richtung Zentrum verlaufen und wir weiter nach Norden wollten blieb uns nichts anderes übrig, als mitten durch das Zentrum zu fahren. Somit hat es doch etwas gedauert, bis wir aus Adelaide raus waren und unseren Weg in nördlicher Richtung fortsetzen konnten. An dem Barossa Valley sind wir heute quasi vorbeigefahren. Der Anblick der Ausschilderung mit der Beschriftung „Nuriootpa“ löste bei mir ein deutliches Gefühl der Wehmut aus. Ich wusste natürlich, dass dies heute unser Weg sein wird. Dennoch kam dieses Gefühl in diesem Moment mit dieser Intensität völlig überraschend.

Unser Ziel war heute der Ort Port Augusta, ca. 320 Kilometer nördlich von Adelaide gelegen. Die eher industriell geprägte Stadt ist touristisch nicht unbedeutend, denn sie kann als „Gateway to the Outback“ bezeichnet werden.

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Dass sich das Land auf diesen nördlicheren Breiten nun langsam verändert konnten wir bereits feststellen:

  • die Vegetation wird weniger
  • das Land wird flacher
  • die Verkehrsdichte sinkt
  • es sind wesentlich weniger Wolken am Himmel
  • die Siedlungsdichte nimmt ab
  • die Benzinpreise steigen an
  • die Tagestemperatur erhöht sich
  • die Trucks werden länger
  • wir trinken mehr Wasser

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