Back in Germany

Nach über 20 Stunden Flugzeit sind wir gestern wieder gut in Deutschland angekommen. Es ist schön, wiede hier zu sein. Der Sommer in Australien ist vorbei, und hier scheint er gerade zu beginnen – ich würde sagen, wir haben alles richtig gemacht. 😉

Vielen Dank an alle Follower unseres Blogs!

Cheers!
Euer Sten & Maiky

Save the last Day in Australia

Leider ist auch diese Zeit nun vorbei, unseren Camper haben wir am Donnerstag Vormittag in Alice Springs bei der Vermieterstation abgegeben. Gestartet in Sydney haben wir insgesamt 6.002 Kilometer zurückgelegt, der Verbrauch lag bei 15,6 Liter (Diesel). Im Vergleich zu Deutschland sind die Benzinpreise in Australien sehr günstig. Durchschnittlich haben wir 1,66 AUD/Liter (ca. 1 Euro/Liter) bezahlt. Insbesondere im Outback muss man mangels Konkurrenz jedoch höhere Preise in Kauf nehmen.

Von Alice Springs ging es mit dem Flieger (ca. 2h Flugzeit) zurück nach Adelaide. Am Abend gab es dann noch kulturelle Unterhaltung. Passend zum aktuellen Kinofilm wird in Adelaide zur Zeit das Musical von Disney’s Aladdin aufgeführt.

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Die Einflüsse des Broadways waren unverkennbar, die Show war sehr beeindruckend und unterhaltsam.

Den heutigen Tag (Freitag) verbrachten wir in Adelaide. Das Wetter hat sich in Südaustralien schon von seiner besseren Seite gezeigt, aber mittlerweile ist ja auch Herbst in Down Under. Wir nutzten die Zeit für einen Stadtspaziergang. Unter anderem besuchten wir das Migration Museum, in der ziemlich interessant und anschaulich die Geschichte der australischen Einwanderung dargestellt wurde. Auch die deutschen Einflüsse haben in dieser Ausstellung ihren Platz, ich hatte dazu ja bereits geschrieben.

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Migration Museum Adelaide

Heute Abend startet eigentlich unser Flieger (über Doha) zurück nach Deutschland. Das Land und insbesondere das Barossa Valley sind mir sehr ans Herz gewachsen. Ich bin mir sicher, dass ein Teil von mir in Australien bleiben wird. Wieviel vom anderen Teil in das Flugzeug einsteigen wird weiß ich jedoch noch nicht. 🙂

The Spring of a Telegraph Station

Ein Blick auf die Karte Australiens zeigt, die Stadt Alice Springs liegt ziemlich deutlich in der Mitte des Kontinents. Tatsächlich wurde die Lage des „Schwerpunktes“ Australiens in der Nähe dieser Stadt ermittelt. Es stellt sich die Frage, wieso mitten im trockenen australischen Outback und mehr als 1.000 Kilometer Autofahrt von jeder Küste entfernt eine Stadt mit derzeit ca. 30.000 Einwohnern entstehen konnte. Diese Fragestellung versuchten wir heute zu ergründen.

Wie bereits beschrieben, dem ersten Europäer, dem die vollständige Querung von Süden nach Norden im Jahr 1862 gelang, war John McDouall Stuart. Die Motivation seiner Sponsoren war unter anderem die Erkundung einer geeigneten Streckenführung für eine Transaustralische Telegrafenleitung. Nachrichten aus dem besiedelten Süden konnten zuvor nur per Schiffpost übermittelt werden und waren wochen- oder monatelang unterwegs.

Ausgehend von den Aufzeichnungen und von Stuarts angefertigten Karten wurde ab 1870 die erste durchgehende Telegrafenleitung gebaut und ca. 24 Monate später in Betrieb genommen. Um das Signal zu verstärken und weiterzuleiten wurden alle ca. 250 Kilometer Relay-Stationen errichtet.

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Bereits Stuart hatte sich bei seiner Routenfindung an den natürlichen Wasservorkommen orientiert. Anders hätte die Durchquerung des Landes nicht gelingen können. Somit waren vermeintliche Quellen ideal, um dort eine Relay-Station zu errichten. Ein Telegraphist, der sich rund um die Uhr bereithalten musste, um Morse-Nachrichten weiterzugeben, musste autark mit seiner Familie mitten im Outback leben können. Das Wasserloch an der zentralen Stelle bei den MacDonnell Ranges erhielt den Namen „Alice Springs“, benannt nach der Ehefrau des Projektleiters, der mit der Errichtung der Telegrafenleitung beauftragt worden war. Tatsächlich aber ist diese „Quelle“ nur ein Teich, Teil eines Flussbettes und beinhaltet heute nicht mehr viel Wasser.

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Die Telegrafenstation, die heute als Museum besichtigt werden kann, befindet sich direkt neben dem Wasserloch.

Schnell bekam der Telegraphist in Alice Springs mehr und mehr Aufgaben. Er wurde nun Stationsleiter genannt und hatte neben der Leitung der größten Station entlang der Telegrafenleitung auch die Führung des Postamtes inne. Er fungierte auch als Notfallarzt mit Instruktionen, die er telegrafisch aus Adelaide erhielt. Des Weiteren war er für die Aborigines in Zentralaustralien „verantwortlich“. Da er auch der einzige Richter in Zentralaustralien war, diente die Station zuweilen sogar als Gerichtsgebäude. Schnell wuchs um die Telegrafenstation herum ein kleines Dorf. Beispielsweise wurde ein Schmied gebraucht, der das Beschlagen der Pferde durchführte. Nicht weit entfernt entstand eine kleine Siedlung, dessen Aufschwung erst richtig mit der Eröffnung einer Eisenbahnlinie 1929 begann, die den Ort mit Südaustralien verband. Die Siedlung übernahm den Namen „Alice Springs“ von der Telegrafenstation. Das Museum und das Wasserloch liegen heute wenige Kilometer neben dem Zentrum.

Der Ort hat sich bis heute zu einer modernen Stadt mitten im Outback entwickelt. Es gibt mehrere Shopping-Center, Veranstaltungsstätten, Restaurants und natürlich auch einen Flughafen, der sogar international angesteuert wird. Die Stadt ist somit Ausgangspunkt für viele Touristen und sie wird von den Aussis liebevoll „The Alice“ genannt.

Änderung am 30.05.2019:
Der Flughafen von Alice Springs wird nur von australischen Städten aus angeflogen.

Gorges of the MacDonnell Ranges

Die letzten drei Nächte haben wir auf Nature-Campgrounds im West-MacDonnell-Nationalpark verbracht. Wir waren komplett offline und hatten außer Toiletten vor Ort keine weitere Versorgung am Campingplatz. In Alice Springs haben wir zuvor alle Vorräte, Wasser- und Benzin-Tanks aufgefüllt, um die darauffolgenden Tage in absoluter Natur unabhängig zu sein.

Der West-MacDonnell-Nationalpark hat seinen Namen von den MacDonnell Ranges. Hierbei handelt es sich um einen ca. 650 Kilometer langen Gebirgszug mitten im Zentrum von Australien. Bei Alice Springs teilt sich dieses Gebirge in einen östlichen und einen westlichen Teil auf.

Sehenswert in diesem Nationalpark sind insbesondere die Gorges (Schluchten). Verschiedene Gewässer haben in dieses Gebirge sehr tiefe und manchmal nur wenige Meter breite „Einschnitte“ hinterlassen. Wir haben beschlossen, diese Gorges von West nach Ost (auf einer Strecke von etwa 150 Kilometer) nacheinander zu besuchen und auf mehreren Wanderungen zu erkunden. Da die Wanderungen zum Teil längere Zeit in Anspruch genommen haben und auch die Gorges einige Kilometer auseinander liegen benötigt man dafür mehrere Tage.

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Wir starteten am Redbank Gorge. Der Flusslauf ist derzeit, wie auch bei den anderen Gorges, ausgetrocknet. Direkt an der Schlucht befindet sich allerdings noch ein Wasserloch. Es war die einzige Stelle, an der die Wasserqualität uns überzeugt hat, kurz hineinzuspringen. Das Wasser war eiskalt! 🙂 Der Blick die Felswände empor ist einmalig.

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Redbank Gorge

Am nächsten Tag machten wir einen kurzen Abstecher zum Glen Helen Gorge. Dies ist der einzige „Einschnitt“ auf der südlichen Seite des Nationalparks, den man ansteuern kann. Ganz anders als die nördlich gelegenen Schluchten eröffnet dieser Durchbruch einen Blick in die flache Landschaft dahinter, die wie eine Oase wirkt.

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Glen Helen Gorge

Die zweite Nacht verbrachten wir am Ormiston Gorge. Eine ca. 10 Kilometer lange Wanderung führte uns zuerst in ein riesiges Becken, welches hinter der Schlucht lag. Zurück ging es dann entlang des ausgetrockneten Flusslaufs durch den Gorge.

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Dies war mein Highlight in diesem Nationalpark. Schaut Euch mal diese abgefahrene Felsformation an! Es sieht aus, als ob eine Pyramide oder ein Tempel tlw. versunken ist und die einzelnen quaderförmigen Plattformen nun schräg aus dem sandigen Flussbett hervorschauen – absolut einmalig, so etwas habe ich zuvor noch nicht gesehen! Es ist unglaublich, was durch geologische Formierung und Erosion entstehen kann.

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Ormiston Gorge

Der nächste Halt mit der Bezeichnung Ochre Pits ist zwar kein Gorge, dafür aber nicht weniger interessant. Die Ureinwohner aus dieser Gegend haben an dieser Stelle verschiedene Farben für ihre Kunstwerke und für die Hautbemalung gewonnen. Und tatsächlich, dieser „Steinbruch“ sieht auf einer Länge von etwa 100 Metern aus wie ein riesiger Tuschkasten.

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Ochre Pits

Der nächste Stopp nannte sich Serpentine Gorge. Der Name stammt vermutlich aus der schlangenartig und abfallenden Form der Schlucht. Richtig cool ist der Anblick aber erst von oben. Somit war eine Kletterwanderung unumgänglich.

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Serpentine Gorge

Da auch dieser Tag sich langsam dem Ende neigte suchten wir uns unsere nächste Übernachtung am Ellery Creek Big Hole. Auch hierbei handelt es sich um eine Schlucht, das Wasserloch hat sogar einen richtigen Strand. Das Wasser war allerdings voller Algen und lud nicht gerade zum Baden ein.

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Ellery Creek Big Hole

Weiter östlich folgte als Nächstes Standley Chasm. Diese wirklich sehr enge Schlucht ist aufgrund der Nähe zu Alice Springs touristisch schon wesentlich mehr erschlossen als die anderen Gorges. Es gibt am Eingang einen großen Kiosk und Souvenirladen und auch auf dem Parkplatz hielten mehrere Reisebusse und kippten die Besucher aus. Wir fanden einen steilen Weg abseits der touristischen Ströme, der uns auf einen Aussichtspunkt führte.

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Standley Chasm

Der letzte Gorge vor Alice Springs trägt den Namen Simpsons Gap. Für sich allein wäre diese Schlucht sicherlich beeindruckend gewesen. Im Schatten der anderen Gorges ist hier vielleicht nur noch ein Schild bemerkenswert mit dem Hinweis, vom Baden im ausgetrockneten Flussbett doch Abstand zu nehmen.

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Simpsons Gap

Walk along the Watarrka

Die letzten zwei Tage haben wir im Watarrka-Nationalpark gecampt. Meinem Eindruck nach sind die Parks in Australien immer sehr ähnlich aufgebaut. Es gibt ein Visitor Center, etwas abseits einen Campground und dann ein paar Wanderwege. Die Auswahl ist hier aber meist beschränkt. Im Fall des Kings Canyon, der hier die Hauptattraktion ist, gibt es einen Rundweg um den Canyon und einen Weg hinein. Wir sind natürlich beide gewandert und es ist wie so oft; der etwas längere und auch steilere Weg bietet dafür um so mehr.

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Dieser Nationalpark gehört auf jeden Fall zu den „Must See“ im australischen Outback.

Entstanden ist der Kings Canyon – die größte Schlucht Australiens – durch einen Fluss, der am Rand des Hochplateaus in Jahrmillionen eine tiefe Furche aus dem Gestein gegraben hat. Da das tiefer gelegene Gestein weniger massiv und damit leichter auszuspülen war, konnte der Fluss die Schlucht an vielen Stellen von unten aushöhlen. Dann brach der Fels darüber und hinterließ dabei diese teilweise völlig glatten fast über hundert Meter hohen Felswände.

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Wir haben die Wanderung sehr genossen und auch mit den Fliegen konnte ich meinen Frieden machen.

Der Campground mitten im Nationalpark hatte zwar keinen Internetempfang zu bieten und wir verzichteten auch bewußt auf eine Power-Site, dafür konnten wir uns aber einen schönen ruhigen Stellplatz suchen. Da es 18 Uhr bereits langsam dunkel wird, haben wir sehr viel Neues über den Sternenhimmel lernen drüfen :-). Während das Southern Cross ja nur auf der Südhalbkugel zu sehen ist, konnten wir neben Jupiter, Saturn und Mond auch einige uns bekannte Sternbilder bei der Wanderung über den Horizont beobachten. Und dann hat auch noch Dingo-Star uns einen Besuch abgestattet, um uns mit seinem Geheule – ähh Gesang – zu erfreuen.

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Bevor wir den Nationalpark in Richtung Alice Springs verließen, besuchten wir am Morgen noch die Kathleens Springs, die leider kein Vergleich zum Tag vorher waren.

Dann ging es erstmal Richtung Süden und Osten, um wieder auf den Stuart Highway zu kommen, welcher uns nach Norden brachte. Unsere Wahl fiel diesmal wieder auf einen Big4, der uns nach drei Tagen Abstinenz mit Strom, Wasser und Internet versorgen sollte.

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Ähnlich wie die KOA in Amerika sind die Big4-Campgrounds in Australien immer wieder unser sicherer Hafen. Nicht nur dass wir hier dank unserer Campervermietung Rabatt bekommen, nein hier gibt es auch alles, was ein verwöhnter Städter so im Outback vermissen könnte. Nach Wäsche waschen und einer Stunde am Pool ging es zum Sonnenuntergang auf die vom Campground organisierte „Wein und Käse Party“. Auf dieser musste man neben seinem Campingstuhl und dem Wein nur seine gute Laune mitbringen. Bei Käse und Cracker mit Blick auf die untergehende Sonne bekam man erklärt, was man in der Umgebung unternehmen könnte.

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Musca Vetustissima

Die australische Fauna hat ja, wie bereits beschrieben, viele Besonderheiten zu bieten. Giftige Schlangen und Spinnen, vor denen wir daheim in Deutschland mehrfach gewarnt wurden, sind uns bisher nicht begegnet. Im Outback gibt es jedoch ganz andere Plagegeister, mit denen man seinen inneren Frieden finden muss – ansonsten wird man wahnsinnig. Darf ich vorstellen: Die Buschfliege!

Seit Jahrtausenden hatte sie bereits die Aborigines gequält, bevor sie die ersten europäischen Entdecker freudig begrüßte und heute über hilflose Touristen herfällt. Ihren Ursprung hat die Buschfliege buchstäblich in der Sch…! Die befruchteten Weibchen legen ihre Eier in Kot von Tieren und Menschen. Insbesondere der Kot von Dingos soll sich dazu bestens eignen, die Rinderzucht in den Weiten des Outbacks hat das Problem der Buschfliegenplage in den letzten 100 Jahren erheblich verschärft.

So penetrant, nervig und zahlreich habe ich eine Fliege noch nicht erlebt. Die Weibchen benötigen Eiweiße, damit sich ihre Eierstöcke entwickeln. Die Proteine erhalten sie aus den Körperflüssigkeiten von Menschen und Tieren, bevorzugt aus den Augen- und Mundwinkeln, was ihre penetrante Anhänglichkeit erklärt. Sie klettern in alle Körperöffnungen – Ohren, Mund, Nase, Augen. Hinter Brillengläsern sind sie besonders unangenehm.

Es gibt kein Mittel, das man sich z.B. auf die Haut sprayen kann und diese Dinger abweist. Anfangs noch aus Gründen der Eitelkeit abgelehnt habe ich nun die einzige Lösung auch angenommen. Es handelt sich um ein Netz, welches man über seinen Kopf zieht – und die Fliegen bleiben draußen. Ganz großen Dank an dieser Stelle an Kellie aus dem Kalleske-Cellar-Door für ihre Dauerleihgabe!

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Hoffnungsvoll erwartet man das Tagesende. Fliegen sind nicht nachtaktiv und spätestens eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang sind diese verschwunden. 🙂

Uluṟu-Kata-Tjuṯa-Nationalpark

Mit mehr als 250.000 Touristen jährlich gehört der Uluṟu (Ayers Rock) ganz klar zu den Top-Zielen einer Australien-Reise. Und auch wir haben uns auf den weiten Weg gemacht, um diesen Felsen inmitten der flachen Landschaft zu bewundern. Die Anfahrt dauert ewig! Vom Stuart-Highway-Abzweig in Erldunda, wo wir die letzte Nacht verbracht haben, fährt man drei Stunden ca. 250 Kilometer nach Westen. Auf dieser Strecke gibt nichts Sehenswertes außer das weite australische Outback, welches uns bereits die letzten drei Tage auf ca. 1.000 Kilometern begleitet hat.

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Und dann taucht irgendwann am Horizont ein ockerfarbener 350 Meter hoher Felsen auf.

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Vielen bekannt ist noch die Bezeichnung nach dem südaustralischen Premierminister „Henry Ayers“ aus dem Jahr 1873, als dieser Berg entdeckt wurde. Bei den Ureinwohnern, den Anangu, hat dieser jedoch den Namen „Uluṟu„. Sein Name ist seit 2002 nun offiziell „Uluṟu / Ayers Rock„. Wichtig zu erwähnen wäre, dass es ca. 25 Kilometer entfernt in westliche Richtung noch eine ähnliche Formation gibt. Im „Schatten“ des Uluṟu sind diese Berge fast unbekannt. Es handelt sich dabei um die „Kata Tjuṯa / Mount Olga“.

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Auch diese im Jahr 2002 festgelegte Bezeichnung ist eine Kombination aus der Aborigines- und der englischen Bezeichnung. Diese Berg-Gruppe wurde übrigens 1872 nach der russischstämmigen Königin Olga von Württemberg benannt, dessen Gemahl den Entdecker förderte.

Beide sich deutlich aus dem flachen Land erhebenden Berge sind heute zusammengefasst zu dem Nationalpark mit der Bezeichnung „Uluṟu-Kata-Tjuṯa-Nationalpark„.

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Es gab viele Theorien darüber, wie diese Felsen entstanden sind. Auch die Aborigines haben in ihrer Dreamtime ganz eigene Geschichten. Mittlerweile gibt es aber eine wissenschaftlich fundierte Erklärung. Diese ist ziemlich komplex, es geht dabei um mehrere Faltungen, Anhebungen, Absenkungen und Meere, die es in dieser Gegend gegeben hat. Das Ganze passierte vor 700 bis 65 Millionen Jahren.

Ich habe daraus eine etwas vereinfachte Erklärung abgeleitet. Es ist nachgewiesen, dass Uluṟu und Kata Tjuṯa zu ein und demselben Gebirgsmassiv gehören. Dieses befindet sich jedoch unterirdisch, man sieht also nur die „Spitze des Eisberges“. Dies ist vergleichbar mit einem unterirdischen Gebirge im Meer, wo nur zwei Berge als Inseln aus dem Wasser herausgucken. Das flache Land drum herum sind Sedimentablagerungen eines ziemlich großen Sees, der aufgrund seiner geschlossenen Lage nicht abließen konnte, ausgetrocknet ist und heute ein riesiges Becken bildet.

Der Nationalpark ist weiträumig um diese zwei Felsen angelegt worden. Am Parkeingang muss ein 3-Tages-Pass für 25 Dollar/Person erworben werden. Die Übernachtung im Nationalpark ist jedoch untersagt. Als Ausgangspunkt und Übernachtungsmöglichkeit für alle Touristen dient somit der Ort Yulara, welcher sich ungefähr 3 Kilometer nördlich der Parkgrenze befindet und mitten im Outback alles zu bieten hat, was für die Versorgung der Touristen notwendig ist: Mehrere Lodges und Resorts, Supermarkt, Tankstelle, 4G-Mobilfunk und einen riesigen Campingplatz, auf dem wir für zwei Nächte untergekommen sind. Es ist wirklich bemerkenswert, in welcher Größenordnung hier der Service an Touristen erbracht wird, so dass wirklich keine Wünsche offenbleiben. Alles ist sehr großzügig und sauber angelegt, man fühlt sich nicht eingeengt und hat genug Platz.

Den Nationalpark haben wir an zwei Tagen auf insgesamt drei Wanderungen erkundet.

Die erste Wanderung führte uns 12 Kilometer um den Uluṟu drum herum. Direkt neben dem Wanderweg erheben sich steile Wände, es gibt mehrere ausgespülte Höhlen und Löcher an denen manchmal auch jahrtausend alte Fels-Malereien zu finden sind.

Die zweite Wanderung war der Aufstieg. 350 Meter ging es tlw. sehr steil nach oben. Der Ausblick ist überwältigend.

Die dritte Wanderung führte uns durch die Felsen des Kata Tjuṯa / Mount Olga. Da diese etwas zerklüftet sind kann man durch enge Schluchten laufen, es ergeben sich tolle Aussichten und Motive.

Berühmt ist der der Uluṟu insbesondere auch für sein Farbenspiel zum Sonnenuntergang. Eigens dafür wurden in bester Lage zwei Parkplätze eingerichtet – einer für Busse, ein zweiter für Individualreisende. Der zweite Parkplatz hat eine Länge von 600 (!) Metern, an dem sich ein Parkslot neben dem anderen reiht. Eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang passiert hier so etwas wie eine Invasion von Touristen – jede Parklücke ist belegt. Die Zuschauer scheinen hier jeden Abend ein Naturschauspiel sondergleichen zu erwarten. Ergänzt wird dies noch von drei Hubschraubern, die währenddessen über dem Parkplatz ihre Runden drehen.

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Und auch wir haben es uns mit entsprechender Ausrüstung bei einem Glas 2018er Jacob’s Creek Shiraz Rosé aus dem Barossa Valley (dank unseres Fridge im Camper natürlich gekühlt) gemütlich gemacht.

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Im Nachhinein kann man festhalten, dass solch ein Sonnenuntergang am Uluṟu vielleicht doch etwas aufgeladen und überbewertet wird. Hübsche Fotos sind trotzdem entstanden.

 

Züge auf den Straßen

Wenn man an Australien denkt, hat man meist die ersten Assoziationen mit Sydney Opera, Ayers Rock und dem Outback. Meistens fällt einem dann noch eine andere Spezialität ein – der „Road Train“! Seit ein paar Tagen begegnen uns diese riesigen Fahrzeuge hin und wieder mal auf dem Highway. Mittlerweile habe ich dazu ein paar Informationen sammeln und auch einige Fotos aufnehmen können, so dass ich nun darüber ein paar Zeilen schreiben möchte.

Bereits im Kallvino-Blog kam in den Kommentaren eine Nachfrage zum Road-Train. Eine Kurzform vom Road-Train ist der sogenannte „B-double„. Dieser darf aufgrund seiner Länge von „nur“ 27,5 Metern auf den meisten Straßen in Australien unterwegs sein. Er ist besonders gelenkig und hat seinen Namen von der sogenannten B-Type-Kupplung. Da diese zweimal vorkommt heißt diese Kombination ganz einfach „B-double„.

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B-double

Die richtigen Road-Trains dagegen sind meist nur auf den langen Highways zugelassen, die quer durch das Outback verlaufen. Und wer jetzt denkt, ein Road-Train ist die simple Aneinanderreihung einer Zugmaschine mit mehreren Anhängern – weit gefehlt! Die Kombinationsmöglichkeiten aus Trailer, Achsenanzahl, Kupplungen und Dollys sind nahezu grenzenlos, weswegen man ganz unterschiedlichen Varianten dieser Road-Trains begegnet.

Hier nun eine Auswahl verschiedener Road-Train-Varianten. Los geht’s mit dem Klassiker:

Triple Road-Train – Sattelzugmaschine mit Auflieger (3 Achsen) + Dolly (2 Achsen) mit Auflieger (3 Achsen) + Dolly (2 Achsen) mit Auflieger (3 Achsen)

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Triple Road-Train

Alles klar? 🙂 Hier noch eine Ausführung davon (gleiche Kombination):

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Triple Road-Train

Weiter geht’s:

AB-Triple – Sattelzugmaschine mit Auflieger (3 Achsen) + Dolly (2 Achsen) mit Auflieger (3 Achsen) und B-Type-Kupplung + Auflieger (3 Achsen)

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AB-Triple (Tanklastzug im Vordergrund)

Jetzt kommt eine besondere Variante:

BAA-Quad – Sattelzugmaschine mit Auflieger (3 Achsen) und B-Type-Kupplung + Auflieger (3 Achsen) + Dolly (3 Achsen) mit Auflieger (3 Achsen) + Dolly (3 Achsen) mit Auflieger (3 Achsen)

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BAA-Quad

Und auch hier noch eine andere Ausführung davon (gleiche Kombination):

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BAA-Quad

Kommt ihr noch mit? 🙂 Ja, ich gebe ja zu, dass ich mich im Vorfeld etwas informiert habe. Diese Übersicht habe ich im Internet gefunden und sie hat mir geholfen, das System zu verstehen. Ab jetzt ist „Road-Train-Bestimmung“ mein neues Hobby während der monotonen Fahrten durch das Outback. 🙂

Von einem Road-Train spricht man in Australien übrigens erst ab einer Länge von 36,50 Metern. Solche „Züge“ können eine Länge bis zu 53,50 Metern haben. Netterweise wird man als Fahrer eines hinterherfahrenden Fahrzeuges noch darauf hingewiesen, bevor man zum Überholen ansetzt. 😉

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Bisher habe ich schon zweimal solch einen Road-Train überholen dürfen/müssen. Ihr könnt Euch vorstellen, dass man hier ganz genau die Straßenverhältnisse und den potentiell entgegenkommenden Verkehr prüft, bevor man zum „Overtake“ ansetzt.

Southern Cross

Ich habe die Inspiration von Karin mal zum Anlass genommen, um mit der Belichtungszeit unserer Kamera herumzuspielen. Und es ist mir doch tatsächlich gelungen, einen Teil des australischen Himmelszelts zu fotografieren. 🙂

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Tatsächlich konnte die Kamera noch mehr Sterne einfangen als wir mit dem bloßen Auge erkennen können. 🙂

Wer sich das Foto genauer anschaut, erkennt sogar das „Southern Cross“, welches nur auf der südlichen Hemisphäre bewundert werden kann. Meine App „SkyView“ hat dies zur Unterstützung auch noch einmal nachgezeichnet.

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Jenseits der Donnerkuppel

Mit einem tollen Sonnenaufgang geweckt ging es weiter nach Norden.

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Die Entfernungen werden nun größer und da ist jede kleine Stadt, auch mitten in im Outback, willkommen. Und so erreichten wir Coober Pedy.

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Ich weiß, nicht ob ich je eine hässlichere Stadt gesehen habe. Nichts als roter Wüstensand, Wellblechhütten und Metallhaufen, bei denen man nicht sicher sagen kann, ist das Kunst oder kann das weg.

Alles macht den Eindruck einer postapokalyptischen Zeit und so ist es wenig verwunderlich, dass ich schon beim ersten Anblick an „Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel„, einen Film aus meiner Jugendzeit, denken musste. Wie ich später feststellen durfte, war diese Assoziation nicht ganz zufällig, denn einige Teile des Filmes wurden tatsächlich dort gedreht.

Nun fragt man sich, wie es Leute an so einen Ort verschlägt. Und die Antwort ist wie so oft das Geld, oder genauer gesagt Opale, die 1915 dort von zwei Jungen zufällig entdeckt wurden, worauf sich Bergarbeiter dort ansiedelten. 95% aller weltweit abgebauten Opale stammen aus Australien und drei Viertel aller weißen Opale aus dieser Umgebung, weshalb sich die Stadt selbst auch „opal capital of the world“ nennt.

Der Name „Coober Pedy“ stammt von einem Aborigine-Begriff für „das Loch des weißen Mannes“, und das beschreibt die Gegend schon ziemlich genau. Überall wurden auf der Suche nach Opalen Löcher gegraben. Viele Minen hatten zusätzlich noch Lüftungsschächte, so dass man extra gewarnt wird vor Spaziergängen in der Wüste. Der Abraum tut das Seinige dazu, dass die Gegend wie ein übergroßer Buddelkasten aussieht.

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Da im „Sommer“ die Temperaturen auch mal schnell an die 40 Grad im Durchschnitt erreichen, sind die Einwohner bald auf die Idee gekommen, in ihre wohltemperierten Minen einzuziehen. Da das Gestein sehr fest ist, kann man ohne Stützkonstruktionen mehrere Meter überbrücken und so entstanden richtige Häuser unter der Erde.

Auch wenn das für uns doch erstmal etwas befremdlich klingt, so hat eine Wohnung unter der Erde doch einige Vorzüge, wie wir bei der Besichtigung zweier sogenannter Dugouts erfahren durften. Braucht man ein Regal, so arbeitet man dieses einfach aus der Wand heraus. Ist das Zimmer für den neuen Schrank zu klein so verbreitert man es halt. Genauso einfach ist es bei wachsender Familie oder zunehmendem Hausrat, die Wohnung um ein paar Zimmer zu erweitern. Sten fühlte sich hier sehr an Minecraft erinnert, wo man sich mit einer Spitzhacke schnell ein eigenes Reich unter der Erde schaffen kann. Auch Kirchen hatte man so in Coober Pedy unter der Erde errichtet und so hatten wir einiges zu besichtigen.

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Das alles erklärt auch etwas, wieso die Stadt doch so besonders unansehnlich ist. Ohne Häuser über der Erde sind alles was man noch oberirdisch sehen kann Funktionsbauten wie Schuppen, Werkstätten, mal ein Supermarkt usw. Und das hat man halt meinst nur aus etwas Blech zusammengezimmert.

Wir verbrachten den ganzen Nachmittag und den Vormittag des nächsten Tages dort, bevor es weiter ging. Natürlich war wie alles auch der Campground dort von einer besonderen Hässlichkeit. Doch wie die Bewohner unter die Erde verkrochen wir uns die Nacht in unserem fahrenden Zuhause.

Am zweiten Tag verließen wir South Australia und sind nun in Erldunda im Bundesstaat Northern Territory untergekommen.

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