Outback für Einsteiger

Abweichend von unserer eigentlichen Richtung (nordwestlich) haben wir die letzten zwei Tage im Flinders Ranges National Park verbracht. Ca. 150 Kilometer in nordöstliche Richtung von Port Augusta gelegen kann dies schon deutlich als „Outback“ bezeichnet werden.

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Im südlichen Teil des Nationalparks bilden zwei Bergketten ein innenliegendes Becken, welches „Pound“ genannt wird (dieses Wikipedia-Bild zeigt dies sehr gut). In diesem Pound sammelt sich das Wasser der umschließenden Berge und es entstand dadurch ein richtiger Wald, der das komplette Becken ausfüllt.

Am ersten Tag sind wir schon sehr früh angereist und konnten bereits unseren Stellplatz für die nächste Nacht auf einem Natur-Campground beziehen. Wir beschlossen, die Geografie des Parks im Rahmen einer Wanderung zu erkunden. Wir kombinierten zwei Wanderwege (ein Outside- und ein Inside-Trail) zu einem Rundweg, der knapp 20 Kilometer Länge hatte. Bevor es losging stärkten wir uns noch mit einem Frühstück.

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Der Outside-Trail führte, wie der Name es beschreibt, von außen auf die Bergkette. Auf diesem sehr steilen Weg mussten wir ca. 450 Höhenmeter überwinden. Von dem Kamm in ca. 1.000 Metern Höhe führte dann der Inside-Trail durch das innere Becken und durch eine Schlucht wieder zurück zum Campground.

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Die Aussichten vom der Bergkette waren super, die Felsformationen erinnerten uns etwas an den Grampians National Park. Der Inside-Trail durch den Wald war dagegen langweilig. Auch an den zahlreichen Kängurus im Wald haben wir uns mittlerweile satt gesehen. 🙂

Am Abend hatten wir erneut Besuch von diesen „Exemplaren“ und wir überlegten, ob wir die Fleisch-Auswahl unseres Barbecues am Lagerfeuer erweitern sollten.

Das Känguru hatte Glück, denn wir hatten bereits ausreichend Fleisch im Supermarkt gekauft. 🙂

Am nächsten Tag besuchten wir noch eine Stelle mit Felsmalereien der „Hill-People“, wie die Aborigines dieser Gegend genannt werden.

Am Nachmittag setzten wir unsere Reise in nordwestliche Richtung fort. Gleich hinter Port Augusta beginnt der Stuart Highway. Diese Straße ist nach John McDouall Suart benannt, der 1862 als erster Europäer den Kontinent von Süden nach Norden (und zurück) durchquerte. Der Highway verläuft heute, teilweise mit großen Abweichungen, entlang dieser Route.

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Ca. 250 Kilometer sind wir heute diese Strecke nach Norden gefahren, die trockene Landschaft beginnt gleich hinter Port Augusta und ändert sich hinsichtlich der Vegetation kaum. Vereinzelt sind Berge am Horizont zu erkennen. Die Straße verläuft meist schnurgerade und durchschnittlich alle fünf Minuten kam uns ein Fahrzeug entgegen.

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Ca. 100 Kilometer östlich führt parallel der Oodnadatta-Track in Richtung Norden, welcher hinsichtlich der Streckenführung weniger monoton sein soll. Dieser Weg ist allerdings als Dirt Road (nicht asphaltiert) gekennzeichnet und abhängig vom Wetter kann der Straßenzustand sehr unterschiedlich sein. Der Vermieter unseres Wohnmobils hat uns leider untersagt, derartige Straßen mehr als 10 Kilometer zu befahren. Um die Einhaltung dessen zu kontrollieren sind alle Wohnmobile mit einem GPS-Tracker ausgestattet.

Zum Sonnenuntergang haben wir heute auf dem Stuart Highway den Ort Glendambo erreicht. Gefühlt besteht dieser Ort lediglich aus zwei Tankstellen und einem Motel mit angeschlossenen Campground, auf dem wir heute übernachten. Drum herum ist Nichts!

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In nördlicheren Breiten unterwegs

Die letzte Nacht verbrachten wir in den Adelaide Hills, südöstlich von Adelaide. Diese Stadt hat ein ziemlich großes Einzugsgebiet und mehrere Vororte. Da alle großen Straßen radial in Richtung Zentrum verlaufen und wir weiter nach Norden wollten blieb uns nichts anderes übrig, als mitten durch das Zentrum zu fahren. Somit hat es doch etwas gedauert, bis wir aus Adelaide raus waren und unseren Weg in nördlicher Richtung fortsetzen konnten. An dem Barossa Valley sind wir heute quasi vorbeigefahren. Der Anblick der Ausschilderung mit der Beschriftung „Nuriootpa“ löste bei mir ein deutliches Gefühl der Wehmut aus. Ich wusste natürlich, dass dies heute unser Weg sein wird. Dennoch kam dieses Gefühl in diesem Moment mit dieser Intensität völlig überraschend.

Unser Ziel war heute der Ort Port Augusta, ca. 320 Kilometer nördlich von Adelaide gelegen. Die eher industriell geprägte Stadt ist touristisch nicht unbedeutend, denn sie kann als „Gateway to the Outback“ bezeichnet werden.

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Dass sich das Land auf diesen nördlicheren Breiten nun langsam verändert konnten wir bereits feststellen:

  • die Vegetation wird weniger
  • das Land wird flacher
  • die Verkehrsdichte sinkt
  • es sind wesentlich weniger Wolken am Himmel
  • die Siedlungsdichte nimmt ab
  • die Benzinpreise steigen an
  • die Tagestemperatur erhöht sich
  • die Trucks werden länger
  • wir trinken mehr Wasser

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Wein und Koalas

Auf den heutigen Tag hatte sich Sten glaube ich besonders gefreut. Bevor wir aber zu seinem ersehnten Programmpunkt kamen, stand noch die kleine Hafenstadt Victor Harbor auf dem Plan. Dort besuchten wir eine kleine Insel, die über eine relativ lange Seebrücke mit dem Festland verbunden ist.

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Die Brücke ist so lang, dass eine von Pferden gezogenen Straßenbahn betrieben wird, um Touristen auf die Insel zu bringen. Ob dies bei gerade mal 600 Metern aber wirklich notwendig ist, darf man gern auch anzweifeln.

Auch ein kleines Walmuseum schauten wir uns noch an, bevor es weiter in das McLaren Vale, einem Weinanbaugebiet südlich von Adelaide, ging.

Wer Stens Kallvino Blog verfolgt hat weiß vielleicht noch, dass der Kalleske-Wein im Barossa Valley nördlich von Adelaide angebaut wird. Genau wie dort säumen Weinfelder die Straßen und auch die Cellar Doors ließen nicht lange auf sich warten. Wir besuchten insgesamt drei Weingüter für ein Tasting, das wir jedes Mal mit mindestens einer Falsche Wein verließen. Hierbei kauften wir einen Merlot, der uns sehr an den superleckeren Käse aus Bega erinnerte. Dann folgte ein Mataro (Mouvèdre) sowie ein Tempranillo, die Sten bisher noch nicht probieren konnte. Und zuletzt gab es einen Blend aus Shiraz und Grenache. Sten erhofft sich hierbei Erkenntnisse darüber zu gewinnen, was der Mataro in einem GSM macht; denn dieser fehlt beim gewählten Cuvée.

Ich habe vielleicht etwas weniger Wein wie Sten beim Tasting weggeschüttet, so dass es mir danach wirklich gut ging. 😊

Da uns noch etwas Zeit bis zum Abend blieb, hielten wir spontan am Onkaparinga River Nationalpark an, um eine kleine – nach Ausschilderung 6 Kilometer Wanderung – zu unternehmen. Wieso der Wanderweg als schwierig und mit vier Stunden angegeben wurde, erschloss sich uns erst nach einer guten Stunde des Weges.

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Aber so ein unwegsames Flussbett hält uns nicht auf und dank Stens geübten Koala-Blicks konnten wir sogar zwei mal die possierlichen Tierchen beobachten.

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Langer Hals mit Stütze

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen des Coorong National Park.

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Es handelt sich dabei um eine 145 km lange Halbinsel, auf der früher auch Aborigines gelebt haben sollen. Der Name „Coorong“ bedeutete in der Sprache der Ureinwohner so viel wie „langer Hals„.

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Vom Wasser aus ist diese Halbinsel wesentlich besser zu erreichen, daher sind wir heute von unserem Wohnmobil auf eine geführte Bootstour (inkl. Anlandung auf der Halbinsel) umgestiegen.

Der Nationalpark ist heute Schutzgebiet für zahlreiche Tiere. Unter anderem befindet sich hier die weltweit größte Brutkolonie von australischen Pelikanen.

Der Grund für diese einzigartige Fauna liegt in der Tatsache, dass sich in den Lagunen Süßwasser mit dem Salzwasser des Meeres vermischt. Das riesige Lagunensystem ist nämlich das Flussdelta des Murray Rivers, den ich vor knapp zwei Monaten bereits im Riverland besucht habe. Ich hatte damals bereits über den Fluss geschrieben. Heute nun sind wir mit dem Boot an der Mündung vorbeigefahren, der Zufluss trägt hier den Namen „Murray Mouth„.

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Um den Süßwassergehalt des Murray Rivers aufrecht zu erhalten wird hier übrigens ein gewaltiger Aufwand betrieben. Zum einen gibt es mehrere Sperrwerke (Goolwa Barrages) mit Schleusensystem, die die Flussrichtung kontrollieren.

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Des Weiteren sind am Murray Mouth rund um die Uhr Baggerschiffe im Einsatz, um die Öffnung tief genug zu halten und die Strömung zwischen Lagune und Meer sicherzustellen. Insbesondere in der Dürrezeit, wenn der Fluss wenig Wasser führt, würde ohne diese enormen Maßnahmen das Salzwasser bedingt durch die Gezeitenströmung 50 Kilometer weit bis ins Landesinnere gedrückt werden. Dies hätte eine Beeinträchtigung der Uferzonen und des Grundwassers zur Folge, ein Umkippen des Wassers wird befürchtet. Das Wasser des Murray River wird von den Bauern zur Landbewässerung und ebenso für die Trinkwasserversorgung verwendet.

Es ist fragwürdig, ob es nicht besser wäre, dieses System dem natürlichen Lauf der Dinge auszusetzen. Auf der anderen Seite muss man aber auch verstehen, dass von dieser Wasserversorgung viele tausend Menschen und mehrere Wirtschaftszweige abhängig sind. Daher ist die Beantwortung dieser Frage nicht leicht. Es ist interessant, wie dicht solch gewaltige Stabilisierungsmaßnahmen und unberührte Natur beieinanderliegen.

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Abschied von den Bergen

Samstag morgen verließen wir nun die Great Ocean Road in Richtung Norden zum Grampians-Nationalpark, den wir gegen Mittag erreichten. Das Grampains ist Teil des Great Dividing Range – eines Gebirgszuges, den wir schon mit den Blue Mountains kennenlernen durften.

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Das Gebirge, welches aus Ablagerungen eines Urmeers vor ca. 400 Millionen Jahren entstanden ist, wurde nicht nur angehoben und gefaltet. Es wurde auch angekippt, was man hier überall sehr gut sehen kann.

Daraus folgten die auf der einen Seite sanft ansteigenden bewaldeten Berghänge und die auf der anderen Seite steil abfallenden Felsen. Vulkanische Aktivitäten trugen ihrerseits dazu bei, dass wir bei einer Wanderung am Nachmittag kaum noch aus dem Stauen heraus kamen.

Neben den beeindruckenden Felsformationen galt unser Blick auch immer wieder den Eukalyptusbäumen in der Hoffnung auf Koalas.

Leider haben Koalas und Kängurus, neben ihrem Beutel und dem Lebensraum Australien, wenig gemein. Auch wenn einige sehr spezialisierte Känguruarten ausgestorben oder von Aussterben bedroht sind, haben sich viele Arten doch ausgezeichnet dem Menschen und seiner Veränderung der Natur angepasst. Als schnelle Tiere, die in Gruppen leben und auch gut auf waldlosen Gebieten zurande kommen, sind die das genau Gegenteil eines Koalas, der eher gemächlich als Einzelgänger in einem festen Revier lebt und auf ausreichend bewaldete Flächen angewiesen ist. Auch sonst ist das Lebenskonzept eines Koalas alles andere als einfach. Dennoch empfinde ich es als sehr ausgereift, auch um die natürlichen Ressourcen zu schonen. Leider gibt es aber den Menschen. Und das macht aus den perfekt an einen Lebensraum angepassten Tieren leider eine bedrohte Art. Entsprechend schwierig ist es heute Koalas in freier Wildbahn zu beobachten, und wir hatten auch bei dieser Wanderung kein Glück.

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Der Campground für die Nacht lag mitten im Nationalpark und war von den Wappentieren Australiens, dem Emu und dem Känguru, gerade zu belagert.

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Am nächsten Morgen stand als Erstes ein Ausblick, oder wie es hier heißt „Lookout“, auf dem Programm. Da der Reiseführer von einem traumhaften Panorama zum Sonnenaufgang schwärmte, beschlossen wir unsere Mobilität auszunutzen und das Frühstück einfach auf den Aussichtspunkt zu verlegen. Aber nicht immer fängt der „Early Bird“ auch den Wurm, und so mussten wir uns unseren „Overlook“ halt vorstellen.

In den nächsten Stunden zogen die Wolken aber weiter nach oben und immer öfter riss auch die Wolkendecke auf, so dass wir noch einige POI’s besuchen konnten.

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Für den Nachmittag stand eine längere Fahrt an, die uns aus Victoria in den Bundesstaat South Australia führte. Einen kleinen Zwischenstopp mussten wir jedoch einlegen, um all unser Obst, welches wir noch mit uns führten, ordnungsgemäß zu „vernichten“. In Australien gibt es einige Quarantänegebiete, um die Ausbreitung z.B. der Fruchtfliege zu vermeiden.

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Great Ocean Road

Die letzten zwei Tage waren wir auf der Great Ocean Road unterwegs. Es handelt sich dabei um eine ca. 250 km lange Straße, die zum großen Teil, wie der Name vermuten lässt, immer entlang der Küste verläuft.

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am Teddy’s Lookout

Der Bau der Straße war ziemlich langwierig und schwierig, erst seit 1932 ist sie durchgängig befahrbar. Heute trägt sie den Beinamen „one of the world’s great scenic roads“, was wir bestätigen können.

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Wir haben uns auf dieser Straße regelrecht treiben lassen und wollten möglichst viel von der tollen Landschaft auf uns wirken lassen. Viel war nicht los, so dass wir mit unserer Cruising-Geschwindigkeit auch kein Verkehrshindernis waren. Entlang der Strecke gibt es unzählige Lookouts, Naturwanderwege, Parkplätze und auch Nothaltebuchten, um gegebenenfalls doch mal ein hinterherfahrendes Fahrzeug vorbeilassen zu können.

Der Regenwald beginnt direkt neben der Straße und führt weit ins Landesinnere. Es lohnt sich hin und wieder mal abzubiegen und die zum Teil steilen Bergstraßen ein paar Kilometer in den Wald hineinzufahren. Es gibt jede Menge zu entdecken.

Mit den einheimischen Vögeln verstehen wir uns mittelerweile bestens. Wie bereits in den Kommentaren zu lesen ist – bei dem rot-blauen Vogel handelt es sich um einen Pennantsittich.

Und am Kennett River konnten wir sogar zwei Koala-Bären entdecken.

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Koalas sind ziemlich schwer zu sehen, meist hocken sie sehr hoch auf den Eukalyptus-Bäumen.

In der Nähe des Kennett-River haben wir auf einem Campground übernachtet. In der Nacht kam sehr viel Regen herunter. Der Bach, der direkt neben unserem Wohnmobil verlief, hatte am nächsten Morgen sehr viel mehr Wasser als noch am Abend zuvor. Und auch der Wind blies heftig und entschärfte auf dem Campground einen Baum. Zum Glück war dieser Stellplatz nicht belegt.

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Das Wetter ist weiterhin sehr durchwachsen und unbeständig, aber wir fühlen uns dadurch nicht eingeschränkt. Mit der richtigen Kleidung gibt es kein schlechtes Wetter! 😉

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Am zweiten Tag sind wir den westlichen Teil der Strecke abgefahren. Hier verläuft die Straße nicht mehr direkt am Ufer, sondern oben entlang der Steilküste. Ein touristisches Highlight sind die „Twelve Apostel„. Es handelt sich dabei um bis zu 60 Meter hohe, im Meer stehende Felsen aus Kalkstein. Die Anzahl „zwölf“ stimmt nicht mehr, denn einige dieser Felsen sind mittlerweile eingestürzt. Der Anblick ist dennoch ziemlich beeindruckend.

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In der Nähe gibt es auch noch einen Felsbogen sowie eine vom Wasser umgebene Felsenklippe zu entdecken.

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London Arch
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Razorback

Die Größenverhältnisse sind auf solchen Fotos meist schwer zu vermitteln. Es sei angemerkt, dass der Wind heute heftig aus südwestlicher Richtung blies und meterhohe Wellen entstehen ließ.

An diesen touristischen Hotspots waren wir natürlich nicht mehr alleine. Sehr viele Reisegruppen aber auch Individualreisende waren hier unterwegs. Die Parkplätze sind gut ausgebaut und bieten sehr viel Platz. An den Ausfahrten befinden sich übrigens immer solche Hinweisschilder, diese sind mir auch schon im Barossa Valley an den touristisch frequentierten Punkten aufgefallen.

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Durch den Regen(wald)

Ausgeschlafen und gestärkt ging es heute (Di.) in den Tag.

Von Lake Entrance, einem Städtchen an der Küste, ging es in den Tarra-Bulga Nationalpark, wo man eine der selten gewordenen Regenwälder der gemäßigten Breiten bewandern konnte.

Die deutsche Sprache hat ja die Besonderheit der vielen zusammengesetzten Wörter, die immer eine genaue Beschreibung der jeweiligen Sache liefern 🙂. Und so ist ein Regenwald nicht einfach ein anderes Wort für Dschungel, sondern eben ein Wald, in dem über das Jahr mindestens 2.000 mm Niederschlag fällt. Daher gibt es auch, und das war uns neu, neben dem üblichen subtropischen und tropischen Regenwäldern, diese ebenso in den gemäßigten Breiten. Die Vegetation, die in dem jeweiligen „Urwald“ herrscht, ist dabei völlig irrelevant und unterscheidet sich zwischen den Kontinenten doch erheblich.

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Bis auf das vereinzelte Auftreten von Papageien, Ornithologen und Mykologen hatten wir den Wald für uns allein 😊.

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Unsere Wahl für den Abend fiel auf eine Unterkunft am Rande des Nationalparks, wo wir bei etwas Tawny Port den Abend ausklingen ließen.

Für heute (Mi.) wurde uns schlechtes Wetter prophezeit, so dass wir die Gegend verließen und weiter nach Westen fuhren. Da wir beide keine Lust auf Großstadt hatten, verzichteten wir auf einen Halt, obwohl uns der Weg quer durch Melbourne führte.

Dafür besuchten wir das National Wool Museum in Geelong, welches bei Sten Erinnerungen an einen anderen Tag in Australien weckte.

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Gelbes Glück

Die letzten zwei Tage führten uns ca. 440 Kilometer weiter entlang der südlichen Ostküste Australiens. Die Landschaft ist geprägt von kleinen Bergen, dichten Wäldern sowie saftgrünen Weidelandschaften. Besiedelt ist diese Gegend äußerst dünn, hin und wieder liegen kleine Ortschaften an pittoresken Buchten. Das Wetter ist ziemlich durchwachsen, ein paar Regenschauer begleiteten uns jedoch nur während der Fahrt. Allerdings ist deutlich zu spüren, dass der australische Herbst hier nun das Wetter prägt. Im Vergleich zum Herbst in Deutschland sind es andere Temperaturen, aber kurze Hosen und T-Shirt funktionieren nur noch wenn die Sonne scheint.

Unser Tag startet meistens mit einem Frühstück im Freien, manchmal haben wir auch Besuch. 🙂

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Nach unserem Start in Batemans Bay machten wir einen ersten Stopp in dem naheliegenden Örtchen Mogo. Dieses „Dorf“ zählt heute gerade mal etwas über 300 Einwohner, in der Zeit des australischen Goldrauschs (um 1850) lebten hier 30.000 (!) Menschen. Zeugnisse dieser Zeit sind heute eine alte Goldmine sowie ein paar Fundamente alter Häuser. Das Thema des Goldrausches wurde aufgegriffen und ein kleines Freilichtmuseum drum herum errichtet. Sicherlich ist heute hier sehr viel inszeniert, aber die Lage und die Szenerie ist sehr idyllisch, so märchenhaft wird die damalige Zeit jedoch ganz gewiss nicht gewesen sein.

 

Wir durften uns hier sogar selbst einmal beim „Goldwaschen“ versuchen.

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Und Maiky, mein Glückspilz, hatte doch tatsächlich ein goldenes Händchen! Er hat hier so viel Gold gefunden, dass wir damit nun unseren kompletten Urlaub finanzieren können – ist das nicht toll? 😉

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Zusammen mit meinem „Hans im Glück“ setzte ich meinen Weg in südliche Richtung fort. Ein Blickfang war unterwegs noch diese hübsche Kirche, die wir zufällig am Wegesrand entdeckten.

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„All Saints‘ Anglican Church“ in

Am Nachmittag erreichten wir dann die Stadt Bega, dessen Besuch allein aus kulinarischen Gründen für uns heute obligatorisch war. Aufmerksame Blogleser werden meine Schwäche für ein proteinhaltiges Nahrungsmittel bereits erfahren haben. Und da ich diese Schwäche mit meiner besseren Hälfte teile war nach dem morgigen Goldrausch unser Glück nun vollkommen.

 

Bereits auf unserer Fahrt ist uns aufgefallen, dass die zahlreichen Weideflächen in dieser Gegend von sehr vielen vierbeinigen Milchproduzenten bevölkert werden. In der Stadt Bega wird dieses Molkereiprodukt dann veredelt – Bega Cheese ist Australien-weit bekannt!

Am Nachmittag erreichten wir den Bournda-Nationalpark. Mitten in der Natur teilten wir uns einen riesigen Natur-Campground mit gerade mal zwei weiteren Campern sowie schätzungsweise 10 Kängurus. In direkter Nähe zu unserem Stellplatz lag ein Salzwassersee und auch der Strand war nicht weit entfernt. Die Aussichten während des Sonnenuntergangs waren grandios. Am Ende des Regenbogens waren wir heute ja bereits. 😉

 

 

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Der Campingplatz ist übrigens nicht nur von Kängurus bevölkert. Auch ein Opossum erfreute sich am Abend an der Wärme unseres Lagerfeuers.

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Einige Stunden später besuchte es uns dann erneut und riss mich aus dem Schlaf, als es auf dem Dach unseres Campers herumspazierte.

Der nächste Morgen zeigte sich von einer besseren Seite und wir nutzten das tolle Wetter für eine Wanderung durch den Nationalpark, der Weg führte am Strand sowie an einer Lagune entlang. Die Bilder zeigen deutlich, wie unsere Augen mit optischen Reizen überfordert waren.

 

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Unsere Fahrt setzten wir am Mittag fort in Richtung Süden. Die Straße führt ca. 150 Kilometer lang durch ein Waldgebiet, welches in der südöstlichen Ecke von Australien liegt. In diesem Gebiet liegt auch die Grenze zwischen den Staaten New South Wales und Victoria, die wir heute überquert haben. Nennenswerte Ortschaften gibt es entlang dieser Strecke ansonsten kaum.

Unser Ziel war heute ein Campingplatz in der Nähe der Ortschaft Lakes Entrance. Auch dieser Campground ist quasi menschenleer, man hat uns den beliebtesten Stellplatz zugeteilt. 🙂

 

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Der Sonne entgegen

Nach unserer ersten Nacht im Camper wollten wir uns den Blue Mountains noch einmal auf eine andere Art nähern. Statt eines Spaziergangs auf dem Rim stiegen wir daher an den drei Schwestern bis ins Tal hinab auf eine mehrstündige Wanderung. Es gab wieder tolle Ausblicke und ein paar Einblicke in die hiesige Flora.

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Doch manchmal klappt nicht alles ganz so wie geplant und kurz nach dem „Point of no Return“ überraschte uns dann doch der Regen, welcher uns bis aus dem Tal heraus begleitete.

Wie angenehm war es da an unserem mobilen zu Hause ankommen zu können, schnell die Sachen zu wechseln und dem Regen einfach wegzufahren. Unser Ziel für den Abend lag doch noch einige Kilometer vor uns, so dass wir den Murramarang Nationalpark erst kurz nach einsetzender Dämmerung erreichten.

Mein Körper ist immer noch etwas irritiert wenn es nach 17 Uhr langsam dämmert, aber es keinesfalls so kalt ist wie bei uns im Winter. Und da ist es auch nicht hilfreich, dass die Sonne einfach mal in die falsche Richtung, im Norden, über den Himmel wandelt.

Am Abend ging es dann noch einmal an den nahegelegenen Strand, nicht um diesen zu bewundern, denn es war ja stockfinster, aber dafür erstrahlte ein Sternenhimmel, den ich so auch noch nicht gesehen habe. Sten zeigt mir noch das Southern Cross, welches für die Australier eine große Bedeutung hat und das man in der nördlichen Hemisphäre nie zu sehen bekommt. Der Abend endete entsprechend mit einer intellektuellen Diskussion über die Milchstraße, die Rotation der Erde um die Sonne und dessen Winkel im Vergleich zur Rotation der Sonne in der Galaxie 😆.

Der Campground war, wie sich rausstellte gut gewählt, denn am nächsten Morgen begrüßten uns nicht nur Sonnenstrahlen und frischer Kaffee, sondern auch eine kleine Gruppe Kängurus.

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Auch der Strand von gestern Nacht hatte sich auf wundersame Weise verwandelt und nun glitzerte nicht mehr der Himmel sondern das Meer. Hier war ein Morgenspaziergang dann natürlich obligatorisch.

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Nach ein paar Updates und etwas Refill unserer Camperausstattung suchten wir uns wieder einen strand- aber auch stadtnahen Campground, um mit Internet unsere nächsten Tag zu planen.

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Blue Mountains

Heute Vormittag konnten wir unser Wohnmobil in der Nähe des Flughafens Sydney abholen. Dies wird in den nächsten vier Wochen unsere Mobilität sowie unser zu Hause sein. Mit der Größe und der Ausstattung sind wir sehr zufrieden. Es handelt sich um ein Wohnmobil auf Basis eines Mercedes Sprinter.

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Das Modell heißt „Platinum 4 Beach„. Innen ist es sehr großzügig gestaltet, insgesamt könnten sogar bis zu sechs Schlafplätze hergerichtet werden, für uns zwei ist der Platz also mehr als ausreichend. Der Vermieter heißt Maui und ist einer der großen in Australien. Es gibt Kooperationen mit dem ADAC, aus diesem Grund haben wir uns dafür entschieden. Sämtliche Buchungen und Organisationen konnte ich unkompliziert von zu Hause in Deutschland erledigen.

Unser erstes Ziel mit dem Wohnmobil war heute der Blue Mountains Nationalpark. Diese ca. 1.000 Meter hohen Berge liegen ungefähr 100 Kilometer westlich von Sydney.

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Untergekommen sind wir die erste Nacht auf einem ruhigen Campingplatz in Katoomba. In der Nähe dieses Ortes gibt es die vermutlich schönsten Ausblicke auf das Jamison Valley. Mit verschiedenen Seilbahnen ist das Ganze bereits touristisch erschlossen. Man kann aber auch zu Fuß jede Menge entdecken, wie zum Beispiel den Ausblick auf die „Three Sisters„. Genauso wie im Elbsandsteingebirge haben auch hier Wind, Regen und Wasser interessante Felsformationen geschaffen.

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Der Name „Blue Mountains“ kommt übrigens von den zahlreichen Eukalyptusbäumen. Die Blätter dieser Bäume verdunsten das Eukalyptusöl, dessen feiner Nebel über den Bergen liegt. Bei Tageslicht ist dieser Nebel sowie die Lichtbrechung für die Blaufärbung verantwortlich.

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Neben Eukalyptusbäumen gibt es aber auch noch andere interessante Vegetation entlang der Wanderwege zu bewundern.

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