Abschied von den Bergen

Samstag morgen verließen wir nun die Great Ocean Road in Richtung Norden zum Grampians-Nationalpark, den wir gegen Mittag erreichten. Das Grampains ist Teil des Great Dividing Range – eines Gebirgszuges, den wir schon mit den Blue Mountains kennenlernen durften.

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Das Gebirge, welches aus Ablagerungen eines Urmeers vor ca. 400 Millionen Jahren entstanden ist, wurde nicht nur angehoben und gefaltet. Es wurde auch angekippt, was man hier überall sehr gut sehen kann.

Daraus folgten die auf der einen Seite sanft ansteigenden bewaldeten Berghänge und die auf der anderen Seite steil abfallenden Felsen. Vulkanische Aktivitäten trugen ihrerseits dazu bei, dass wir bei einer Wanderung am Nachmittag kaum noch aus dem Stauen heraus kamen.

Neben den beeindruckenden Felsformationen galt unser Blick auch immer wieder den Eukalyptusbäumen in der Hoffnung auf Koalas.

Leider haben Koalas und Kängurus, neben ihrem Beutel und dem Lebensraum Australien, wenig gemein. Auch wenn einige sehr spezialisierte Känguruarten ausgestorben oder von Aussterben bedroht sind, haben sich viele Arten doch ausgezeichnet dem Menschen und seiner Veränderung der Natur angepasst. Als schnelle Tiere, die in Gruppen leben und auch gut auf waldlosen Gebieten zurande kommen, sind die das genau Gegenteil eines Koalas, der eher gemächlich als Einzelgänger in einem festen Revier lebt und auf ausreichend bewaldete Flächen angewiesen ist. Auch sonst ist das Lebenskonzept eines Koalas alles andere als einfach. Dennoch empfinde ich es als sehr ausgereift, auch um die natürlichen Ressourcen zu schonen. Leider gibt es aber den Menschen. Und das macht aus den perfekt an einen Lebensraum angepassten Tieren leider eine bedrohte Art. Entsprechend schwierig ist es heute Koalas in freier Wildbahn zu beobachten, und wir hatten auch bei dieser Wanderung kein Glück.

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Der Campground für die Nacht lag mitten im Nationalpark und war von den Wappentieren Australiens, dem Emu und dem Känguru, gerade zu belagert.

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Am nächsten Morgen stand als Erstes ein Ausblick, oder wie es hier heißt „Lookout“, auf dem Programm. Da der Reiseführer von einem traumhaften Panorama zum Sonnenaufgang schwärmte, beschlossen wir unsere Mobilität auszunutzen und das Frühstück einfach auf den Aussichtspunkt zu verlegen. Aber nicht immer fängt der „Early Bird“ auch den Wurm, und so mussten wir uns unseren „Overlook“ halt vorstellen.

In den nächsten Stunden zogen die Wolken aber weiter nach oben und immer öfter riss auch die Wolkendecke auf, so dass wir noch einige POI’s besuchen konnten.

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Für den Nachmittag stand eine längere Fahrt an, die uns aus Victoria in den Bundesstaat South Australia führte. Einen kleinen Zwischenstopp mussten wir jedoch einlegen, um all unser Obst, welches wir noch mit uns führten, ordnungsgemäß zu „vernichten“. In Australien gibt es einige Quarantänegebiete, um die Ausbreitung z.B. der Fruchtfliege zu vermeiden.

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