Langer Hals mit Stütze

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen des Coorong National Park.

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Es handelt sich dabei um eine 145 km lange Halbinsel, auf der früher auch Aborigines gelebt haben sollen. Der Name „Coorong“ bedeutete in der Sprache der Ureinwohner so viel wie „langer Hals„.

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Vom Wasser aus ist diese Halbinsel wesentlich besser zu erreichen, daher sind wir heute von unserem Wohnmobil auf eine geführte Bootstour (inkl. Anlandung auf der Halbinsel) umgestiegen.

Der Nationalpark ist heute Schutzgebiet für zahlreiche Tiere. Unter anderem befindet sich hier die weltweit größte Brutkolonie von australischen Pelikanen.

Der Grund für diese einzigartige Fauna liegt in der Tatsache, dass sich in den Lagunen Süßwasser mit dem Salzwasser des Meeres vermischt. Das riesige Lagunensystem ist nämlich das Flussdelta des Murray Rivers, den ich vor knapp zwei Monaten bereits im Riverland besucht habe. Ich hatte damals bereits über den Fluss geschrieben. Heute nun sind wir mit dem Boot an der Mündung vorbeigefahren, der Zufluss trägt hier den Namen „Murray Mouth„.

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Um den Süßwassergehalt des Murray Rivers aufrecht zu erhalten wird hier übrigens ein gewaltiger Aufwand betrieben. Zum einen gibt es mehrere Sperrwerke (Goolwa Barrages) mit Schleusensystem, die die Flussrichtung kontrollieren.

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Des Weiteren sind am Murray Mouth rund um die Uhr Baggerschiffe im Einsatz, um die Öffnung tief genug zu halten und die Strömung zwischen Lagune und Meer sicherzustellen. Insbesondere in der Dürrezeit, wenn der Fluss wenig Wasser führt, würde ohne diese enormen Maßnahmen das Salzwasser bedingt durch die Gezeitenströmung 50 Kilometer weit bis ins Landesinnere gedrückt werden. Dies hätte eine Beeinträchtigung der Uferzonen und des Grundwassers zur Folge, ein Umkippen des Wassers wird befürchtet. Das Wasser des Murray River wird von den Bauern zur Landbewässerung und ebenso für die Trinkwasserversorgung verwendet.

Es ist fragwürdig, ob es nicht besser wäre, dieses System dem natürlichen Lauf der Dinge auszusetzen. Auf der anderen Seite muss man aber auch verstehen, dass von dieser Wasserversorgung viele tausend Menschen und mehrere Wirtschaftszweige abhängig sind. Daher ist die Beantwortung dieser Frage nicht leicht. Es ist interessant, wie dicht solch gewaltige Stabilisierungsmaßnahmen und unberührte Natur beieinanderliegen.

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