Southern Cross

Ich habe die Inspiration von Karin mal zum Anlass genommen, um mit der Belichtungszeit unserer Kamera herumzuspielen. Und es ist mir doch tatsächlich gelungen, einen Teil des australischen Himmelszelts zu fotografieren. 🙂

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Tatsächlich konnte die Kamera noch mehr Sterne einfangen als wir mit dem bloßen Auge erkennen können. 🙂

Wer sich das Foto genauer anschaut, erkennt sogar das „Southern Cross“, welches nur auf der südlichen Hemisphäre bewundert werden kann. Meine App „SkyView“ hat dies zur Unterstützung auch noch einmal nachgezeichnet.

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Jenseits der Donnerkuppel

Mit einem tollen Sonnenaufgang geweckt ging es weiter nach Norden.

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Die Entfernungen werden nun größer und da ist jede kleine Stadt, auch mitten in im Outback, willkommen. Und so erreichten wir Coober Pedy.

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Ich weiß, nicht ob ich je eine hässlichere Stadt gesehen habe. Nichts als roter Wüstensand, Wellblechhütten und Metallhaufen, bei denen man nicht sicher sagen kann, ist das Kunst oder kann das weg.

Alles macht den Eindruck einer postapokalyptischen Zeit und so ist es wenig verwunderlich, dass ich schon beim ersten Anblick an „Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel„, einen Film aus meiner Jugendzeit, denken musste. Wie ich später feststellen durfte, war diese Assoziation nicht ganz zufällig, denn einige Teile des Filmes wurden tatsächlich dort gedreht.

Nun fragt man sich, wie es Leute an so einen Ort verschlägt. Und die Antwort ist wie so oft das Geld, oder genauer gesagt Opale, die 1915 dort von zwei Jungen zufällig entdeckt wurden, worauf sich Bergarbeiter dort ansiedelten. 95% aller weltweit abgebauten Opale stammen aus Australien und drei Viertel aller weißen Opale aus dieser Umgebung, weshalb sich die Stadt selbst auch „opal capital of the world“ nennt.

Der Name „Coober Pedy“ stammt von einem Aborigine-Begriff für „das Loch des weißen Mannes“, und das beschreibt die Gegend schon ziemlich genau. Überall wurden auf der Suche nach Opalen Löcher gegraben. Viele Minen hatten zusätzlich noch Lüftungsschächte, so dass man extra gewarnt wird vor Spaziergängen in der Wüste. Der Abraum tut das Seinige dazu, dass die Gegend wie ein übergroßer Buddelkasten aussieht.

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Da im „Sommer“ die Temperaturen auch mal schnell an die 40 Grad im Durchschnitt erreichen, sind die Einwohner bald auf die Idee gekommen, in ihre wohltemperierten Minen einzuziehen. Da das Gestein sehr fest ist, kann man ohne Stützkonstruktionen mehrere Meter überbrücken und so entstanden richtige Häuser unter der Erde.

Auch wenn das für uns doch erstmal etwas befremdlich klingt, so hat eine Wohnung unter der Erde doch einige Vorzüge, wie wir bei der Besichtigung zweier sogenannter Dugouts erfahren durften. Braucht man ein Regal, so arbeitet man dieses einfach aus der Wand heraus. Ist das Zimmer für den neuen Schrank zu klein so verbreitert man es halt. Genauso einfach ist es bei wachsender Familie oder zunehmendem Hausrat, die Wohnung um ein paar Zimmer zu erweitern. Sten fühlte sich hier sehr an Minecraft erinnert, wo man sich mit einer Spitzhacke schnell ein eigenes Reich unter der Erde schaffen kann. Auch Kirchen hatte man so in Coober Pedy unter der Erde errichtet und so hatten wir einiges zu besichtigen.

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Das alles erklärt auch etwas, wieso die Stadt doch so besonders unansehnlich ist. Ohne Häuser über der Erde sind alles was man noch oberirdisch sehen kann Funktionsbauten wie Schuppen, Werkstätten, mal ein Supermarkt usw. Und das hat man halt meinst nur aus etwas Blech zusammengezimmert.

Wir verbrachten den ganzen Nachmittag und den Vormittag des nächsten Tages dort, bevor es weiter ging. Natürlich war wie alles auch der Campground dort von einer besonderen Hässlichkeit. Doch wie die Bewohner unter die Erde verkrochen wir uns die Nacht in unserem fahrenden Zuhause.

Am zweiten Tag verließen wir South Australia und sind nun in Erldunda im Bundesstaat Northern Territory untergekommen.

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